2022-06-08

G7 sagt Geldwäsche im Zusammenhang mit Umweltkriminalität den Kampf an

Vom 18. bis 20. Mai fand einer der Höhepunkte des Finance Track unter deutscher G7-Präsidentschaft statt: Das Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure auf dem Petersberg in Bonn.

Bei diesem dritten Treffen unter deutscher G7-Präsidentschaft verständigten sich die Teilnehmer auf eine Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Auch beim Thema Geldwäsche hat man sich erneut auf konkrete Maßnahmen verständigt. Besonders im Zusammenhang mit Umweltkriminalität, Transparenz und Kryptowährungen wurde das Thema beraten. Im gemeinsamen Kommuniqué der G7 wurden folgende Maßnahmen beschlossen:

  • Unterstützung der FATF-Bemühungen zur Förderung der Transparenz über wirtschaftliches Eigentum und Umsetzung der entsprechenden FATF-Standards.
  • Einführung von Transparenzregistern über wirtschaftliches Eigentum und eine umfassende Bereitstellung der Daten für die Ermittlungsbehörden.
  • Stärkeres internationales Engagement gegen Korruption.
  • Das Risiko, das von Geldwäsche für den Bereich der Biodiversität und des Klimaschutzes ausgeht, wird ausdrücklich anerkannt.
  • Die Umweltkriminalität wird verstärkt in nationale Risikoanalysen aufgenommen
  • Umwelt-, Strafverfolgungsbehörden, FIU’s und Zollbehörden intensivieren ihre internationale Zusammenarbeit.
  • Die internationale Bekämpfung von Geldwäsche wird durch einen Dialog zwischen verschiedenen Interessengruppen verbessert.

Durch Raubbau an der Natur werden jährlich Milliardenbeträge an illegalen Geldern erwirtschaftet und gewaschen. Nun sollen die betreffenden Länder ihre Risiken im Bereich der Umweltkriminalität genauer identifizieren und bewerten - vom illegalem Ressourcenabbau bis hin zur Müllentsorgung. Die FATF hatte in ihrem Report »Money Laundering from Environmental Crime« bereits 2021 darauf hingewiesen, dass Länder mit begrenzten einheimischen Ressourcen nicht vor Geldwäsche im Zusammenhang mit Umweltkriminalität sicher sind und die Lieferketten deswegen verstärkt unter die Lupe genommen werden müssten.

Die Entwicklung eines fundierten Verständnisses der mit Umweltkriminalität verbundenen Geldwäsche-Risiken ist damit ein wesentlicher erster Schritt bei der Entwicklung einer umfassenderen Strategie zu dessen Bekämpfung. Eine Mammutaufgabe wird es sein, die internationalen Lieferketten zu verstehen und zu kontrollieren. Dafür ist es wichtig, Arbeitsbeziehungen mit nicht-traditionellen Partnern aufzubauen, wie etwa Ermittlern von Umweltkriminalität, Umweltschutzbehörden sowie NGO’s und weiteren Interessengruppen.

Für Unternehmen aller Branchen wird das Thema Geldwäsche-Compliance damit über die gesamte Lieferkette hinweg an Relevanz gewinnen.

Eine Zusammenfassung des Treffens der G7-Minister finden Sie hier.

Dieser Artikel erschien zuerst im "Money Laundering Reporting Officer" (MLRO) - unserem Newsletter für Geldwäsche-Compliance.
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Author



Viktor Reier
PR Manager

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