2022-07-27

Welchen Umfang hat eine Risikoanalyse im Rahmen der AML-Compliance?

Die Art und der Umfang von Risikoanalysen können Unternehmen vor großen Herausforderungen stellen. In diesem Beitrag finden Sie hilfreiche Informationen zu diesem Thema. 

Der Umfang der Risikoanalyse ist gesetzlich nicht vorgeschrieben – er muss nach Art und Umfang der Geschäftstätigkeit des Unternehmens angemessen sein. Das Risiko, Opfer von Geldwäschern zu werden, ist in jeder Branche unterschiedlich hoch. Die Einfallstore für die organisierte Kriminalität können variieren. Zudem spielen auch Größe, Organisationsform und Komplexität des Unternehmens eine Rolle.  

Ein international tätiger Immobilienmakler erstellt eine deutlich umfangreichere Risikoanalyse als eine kleine, nur lokal tätige, Rechtsanwaltskanzlei. Die Risikoanalyse ist in jedem Fall schriftlich zu dokumentieren. Damit sie immer den aktuellen gesetzliche Vorgaben und vor allem den aktuellen Geschäftstätigkeiten entspricht, muss diese regelmäßig – mindestens jährlich – überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden. Aktualisierungen können zum Beispiel notwendig werden, wenn Gesetze geändert, das Unternehmen neue Kundenstämme hinzugewinnt oder ihre Geschäftstätigkeiten auf andere Länder ausweiten.  

Damit die Aufsichtsbehörden nachvollziehen können, was Verpflichtete zur Einhaltung ihrer gesetzlichen Verpflichtungen geleistet haben, müssen all diese Prozesse transparent dokumentiert und archiviert werden. Aufsichtsbehörden legen viel Wert darauf, dass die Verfahren des Risikomanagements nicht nur einmalig aufgesetzt, sondern – auch vor dem Hintergrund sich stetig weiterentwickelnder Gesetzesvorgaben – regelmäßig überprüft und angepasst werden.  

Die zuständige Aufsichtsbehörde kann diese Dokumentation, sowie sämtliche Geldwäschepräventions-Maßnahmen, jederzeit anfordern und prüfen – und zwar unabhängig davon, ob gerade ein konkreter Verdacht besteht.  

Der Umfang einer Risikoanalyse kann nicht nur inhaltlich, sondern auch vom Aufwand her eine große Herausforderung für Unternehmen jeglicher Größe darstellen. Der Gesetzgeber erlaubt die Auslagerung an externe Dienstleister, die das Risikomanagement übernehmen, sodass Unternehmen rechtssicher bleiben – auch bei wechselnder Gesetzeslage, Unternehmensgröße und neu zu bewertender Risikofaktoren. 

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