21.03.2022

Credit Suisse - Wie die Schweizer Bank jahrelang ihre Sorgfaltspflichten verletzt hat und was Deutschland daraus lernen kann.

Erneut erschüttert ein Datensatz die internationale Finanzbranche. Eine anonyme Quelle hatte u.a. der Süddeutschen Zeitung einen Satz mit tausenden Daten der Credit Suisse zugespielt.

160 Journalisten aus 40 Ländern weltweit beteiligten sich an der Auswertung. Ihre Ergebnisse bringen den Schweizer Finanzplatz erneut in Verruf.

Über viele Jahre hinweg hatte die zweitgrößte Bank der Schweiz korrupte Politiker, Geldwäscher, Drogendealer, Massenmörder, Folterknechte und Diktatoren als Kunden akzeptiert. Damit gab die Bank diesen Personen die Möglichkeit, Geld zu waschen und es aus den teils sehr armen Heimatländern an einen sicheren und verschwiegenen Ort zu bringen.

Die Liste der Kontoinhaber, oder ehemaligen Kontoinhaber, liest sich wie das Who is Who von internationalen Sanktionslisten. Laut den Bankdaten waren zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus autokratisch regierten Ländern, Oligarchen, Kardinäle, Geheimdienstchefs, Minister und Könige Kunden bei der Credit Suisse. Auch der wegen Bestechung verurteilte Ex-Siemens Manager Eduard Seidel parkte bei der Credit Suisse zeitweise ein Vermögen von 54 Millionen Schweizer Franken.

Damit liegt der Verdacht nahe, dass die Bank über Jahrzehnte ihre Sorgfaltspflichten verletzt hat. Denn auch in der Schweiz gilt die Pflicht, Personen mit fragwürdigen Geschäftspraktiken besonders sorgfältig zu überprüfen. Um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu bekämpfen, müssen wie in Deutschland auch, verdächtige Vermögen gemeldet werden, die aus Straftaten stammen könnten. Dies scheint über Jahre nicht passiert zu sein, konstatiert die Süddeutsche Zeitung.

Einen Aspekt betont sowohl die anonyme Quelle wie auch die an der Recherche beteiligten Journalisten noch einmal ganz deutlich: Dass das Geld, das aus Entwicklungsländern den Weg auf Schweizer Konten gefunden habe, nun dort konkret im Staatshaushalt fehle – für Schulen, Krankenhäuser und im Straßenbau. Diese Länder seien damit die Hauptleidtragenden.

Wir bei Kerberos hoffen auf eine vollumfängliche Aufklärung dieser Vorgänge. Damit Kriminellen der Zugang zu unserem Wirtschaftssystem verwehrt bleibt, ist in Deutschland jeder nach dem Geldwäschegesetz verpflichtete Unternehmer dazu aufgerufen, seine Sorgfaltspflichten einzuhalten. Wir unterstützen Sie gerne mit unserer Expertise in Sachen Geldwäsche-Compliance. Wir erkennen verdächtige Firmengeflechte und wissen, wer auf internationalen Sanktionslisten steht. Sprechen Sie uns dafür gerne an!

Dieser Beitrag erschien zuerst im "Money Laundering Reporting Officer" (MLRO) - unserem Newsletter für Geldwäsche-Compliance.
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Hier geht’s zur Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung (Paywall).

Autor:in



Viktor Reier
PR Manager

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